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Die Gemeinde Herbertingen

Geschichte erleben - Erholung finden

Herbertingen, ein rund 5000 Einwohner zählendes Kleinzentrum mitten in der Region Bodensee-Oberschwaben mit den Teilgemeinden Hundersingen, Marbach und Mieterkingen:
Ein einstiger, regional und weit über die Landesgrenzen hinaus sehr bedeutsamer Marktflecken hat den Wandlungsprozess vom ehemals landwirtschaftlich geprägten Dorf zur Kultur- und Freizeitgemeinde in den vergangenen 30 Jahren geradezu beispielhaft vollzogen.
Die Vorteile eines Verkehrsknotenpunkts auf der Straße (B 32/311), der Schiene (Donautal- und Allgäubahn), aber auch in der Elektroversorgung haben viele Unternehmer dazu angespornt, in Herbertingen zu investieren und zum Teil hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Knappe 5 km entfernen die Gemeinde vom Verkehrsflugplatz in Mengen.

Die Gemeinde bietet ihrerseits alle strukturellen Einrichtungen des täglichen Bedarfs, beginnend von den Einrichtungen der Kinderbetreuung, hin zu den Möglichkeiten der schulischen Qualifikation bis zum mittleren Bildungsabschluss an der Werkrealschule der Lilly-Jordans-Schule, Ausbildungsplätze am Ort im Dienstleistungssektor, Handwerk, mittelständischen und industriellen Unternehmen, Versorgung mit Dienstleistungen im sozialen, gesundheitlichen und Konsumbereich und dazu ein Angebot an vielfältigster Freizeitgestaltung mit über 50 Vereinen und Institutionen.

In den europäischen Focus trat Herbertingen mit den jüngsten Funden auf der Heuneburg. Die Archäologen stehen wohl kurz vor der Erkenntnis, dass sich auf der Heuneburg bereits vor mehr als 2000 Jahren städtisches Leben entwickelt hat und die Heuneburg möglicherweise die erste Stadt nördlich der Alpen war.

Die geschichtliche Entwicklung
Wahrscheinlich haben sich in Herbertingen die ersten Menschen schon vor mehr als 1500 bis 1600 Jahren im Zuge der alemannischen Landnahme um 300 bis 400 n. Chr. niedergelassen. Eindeutig belegt und nachweisbar ist der 22. Juli 854, also vor mehr als 1150 jahren:
"[...] et in comitatu Odalrici comitis in pagello Goldineshuntare in villa Heriprehttinga hobam unam cum mancipiis ibidem manentibus [...]".
Übersetzung:
"
[...] und in der Grafschaft des Grafen Udalrich, in dem Gau Goldineshuntare, in der villa Herbertingen eine Hufe mit den dort lebenden Hörigen [...]".

So lautet der Inhalt einer Urkunde, die König Ludwig der Deutsche an diesem Tag unterzeichnet und mit der er diesen Hof in Herbertingen an das Bistum Konstanz überträgt. (Das Original dieser Urkunde befindet sich noch heute im Stiftsarchiv des Klosters St. Gallen.)

Unklar ist wegen fehlender Zeugnisse bis heute, welcher Herrschaft Herbertingen bis Ende des 13. Jahrhunderts angehörte. Ab 1282 steht Herbertingen unter österreichischer Herrschaft. Bis dahin und auch über diesen Zeitpunkt hinaus, davon gehen die Historiker aus, teilten sich Geistlichkeit, Kirchen und Klöster den überwiegenden Grundbesitz in Herbertingen untereinander auf.

1632 ereilt Herbertingen das Schicksal des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) mit verheerenden Folgen. Ein Kampf mit den schwedischen Truppen im Ried nach Hundersingen verlieren die Herbertinger. Die Schweden zerstören daraufhin den Ort nahezu vollständig. Nur wenige Menschen überleben und nur wenige Gebäude überstehen das Inferno. Die Folge ist, dass sich viele der Überlebenden in das benachbarte Ausland (Schweiz, Österreich u. a.) begeben und sich dort nach Arbeit umsehen. Einige von ihnen kehren nach wenigen Jahren zurück und versuchen, wieder eine neue Existenz aufzubauen.
Doch schon vier Jahre später, im Jahr 1636, folgt der nächste Rückschlag. Der Schwarze Tod, die Pest, sorgt für weiteres Elend und verhindert den Versuch, sich von den Folgen des Kampfes mit den Schweden zu erholen. Am Schluss blieben nur noch wenige Männer, Frauen und Kinder, die diesen neuerlichen Schicksalsschlag überstanden.

1682 erhält Herbertingen ein eigenes Wappen verliehen. Mit diesem durch Kaiser Leopold verliehenen Wappen (das Original liegt im Gemeindearchiv), erhält Herbertingen auch das Siegelrecht.
Zum Ende des 17. Jahrhunderts ist erstmals von einem Marktrecht die Rede, aber erst zu Beginn des 19. Jahrhundert wird dies konkret nachweisbar. 1811 fanden in Herbertingen bereits Vieh- und Krämermärkte im festen Turnus statt.

Anfang des 19. Jahrhunderts endete die Vormachtstellung der Herrschaften, Kirchen und Klöster mit der Bildung des neuen Königreichs Württemberg (1806). Die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Bildung von Eigentum, die erste Landesvermessung (1821), der Bau der Donautal- und Allgäubahn (1869), die Einführung der Gewerbefreiheit und vieles andere waren wichtige Meilensteine in der Geschichte unseres Landes und unserer Gemeinde.

Der I. und auch der II. Weltkrieg hinterließen ihre Spuren in unserer Gemeinde, wie in anderen Gemeinden auch. Von Kampfhandlungen und Gebäudeeinwirkungen weitestgehend verschont geblieben, trauerte man um die vielen Opfer der beiden Weltkriege.

Die Vorarlberger Illwerke errichten 1929 zur Versorgung Südwürttembergs und des Rheinlands mit elektrischer Energie in Herbertingen eine Großverteilungsanlage. Die RWE, Hauptaktionär zusammen mit der OEW, erstellt hier eine neue Umspannanlage. Damit begann in Herbertingen das Zeitalter der Industrie.

1975 fand der kommunalpolitische Zusammenschluss der Gemeinden Herbertingen, Hundersingen, Marbach und Mieterkingen statt. Heute, 30 Jahre später, schauen wir auf ein intaktes Miteinander in den Ortsteilen, zwischen den Ortsteilen und mit der Gesamtgemeinde.

Mehr zur Geschichte unserer Gemeinde finden Sie in den Dorfchroniken
Herbertingen, Hundersingen und Marbach (Bürgerbüro).




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